Geschichte und Tradition

Das Kloster Serlo Gonpa (Nga-gyur Ser-gön Lung-rig She-drub Zung-del-Ling), also der “Platz, wo gemeinsam gelernt und meditiert wird, Lama Serwa’s Platz”, wurde 1959 von Sangye Tenzing Lama als “Höheres Ausbildungszentrum für Nyingmapa-Studien” gegründet. Der jetzige Abt, Tulku Pema Tharchhin Lama war von 1975 bis 1984 ein Schüler des Gründers. Danach studierte er in Mysore (Südindien) am Nyingma-Institut unter Dilgo Khyentse Rinpoche, Penor Rinpoche und Truishik Rinpoche.

1990 starb plötzlich Sangye Tenzing Lama in Serlo Gonpa. In dieser schweren Zeit des Übergangs gründete Tulku Pema Tharchhin Lama (Rinpoche) schließlich 1992 eine neue Schule als “Himalayan Buddhist Academy”. Er startete mit acht Schülern.

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1991 beginnt bereits der gemeinsame Weg des heutigen Freundeskreis Serlo mit Rinpoche – schon beim Aufbau der neuen Schule. Es war anfänglich keine einfache Aufgabe, die Rinpoche mit Mut, Freundlichkeit und buddhistischer Gelassenheit meistern musste. So und mit Hilfe vieler Freunde und Sponsoren aus Deutschland und der Schweiz entwickelte sich das Kloster nach und nach zu einem Mittelpunkt für das Leben der Sherpa und die ganze Region.

Das Hauptgebäude wurde 2004 auf Grund von Stabilitätsproblemen komplett renoviert und durch neue Räume erweitert. 2006 wurde im nahen Mopung ein neues Wasserkraftwerk errichtet, das nach und nach erweitert wurde. 2008 kam um das Hauptgebäude noch ein traditionelles, hufeisenförmiges Hofgebäude mit 32 Zimmern für die Mönche hinzu und 2011 ein weiteres größeres Gebäude. Parallel arbeitet ein deutscher Spezialist für Landwirtschaft Hand in Hand mit den Mönchen an der Verbesserung der Bodenstruktur, pflanzt ertragreiche Sorten, legt Terrassenbefestigungen an und baut eine neue Toilettenanlage.

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Das schwere Beben 2015 hat viel der jahrzehntelangen Aufbauarbeit zunichte gemacht. Mit der starken Energie, der Tatkraft und Gelassenheit der Sherpa sowie der Unterstützung des Freundeskreises wird der Wiederaufbau gelingen. Zuversicht und Freude wird die Menschen beflügeln, auch für die Zukunft das Beste zu schaffen.

 

Eine wichtige Tradition: Die Feuerpuja

Die Feuerpuja ist ein wichtiges Ritual im tibetischen Buddhismus zur Förderung von Glück, Gesundheit sowie Beseitigung von Hindernissen.

Bereits am Vortag einer Feuerpuja erstellt Tulku Pema Tharchhin Lama Rinpoche ein Mandala zur Visualisierung der Götterpaläste. Auf diesem Mandala wird dann das Holz für das Feuer errichtet. Es handelt sich um ein Wunschfeuer. In dieses  Feuer werden verschiedene Substanzen eingebracht: Korn, Weizen, Senfkörner, Sesam, Butter, Yoghurt-Zucker, spezielles Gras, Stoffstücke in verschiedenen Farben sowie spezielles Holz.

Von diesen Zutaten werden zwei Linien als Opfergaben erstellt:

  1. Linie: Dies sind die Opfergaben für die Götter, Dakinis (weibliche Schutzgottheiten) und alle Buddhas.
  1. Linie für Geister, Dämonen und alle Verstorbenen in den unteren Daseinsbereichen. Es ist ihnen nicht möglich, Opfergaben in materieller Substanz anzunehmen. Für sie kommen die Opfergaben in Form von Gerüchen, Rauch und Räucherstäbchen in Frage.

Nahrung opfern wir für Alle, welche nicht genug Nahrung haben, Kleider für jene welche frieren müssen. Wir stellen uns vor, dass jeder das annimmt, was er benötigt.

Wir wollen alle ihre Wünsche erfüllen. Wir denken an alle unsere Krankheiten, seien sie von körperlicher oder seelischer Natur (Ängste, Sorgen, Zweifel) sowie an unser schlechtes Karma, welches wir durch Gier, Neid, Hass, Zorn und Unwissenheit angesammelt haben und verbrennen dies in diesem heiligen Feuer.

Wenn alle durch unsere Opfergaben befriedet sind, werden sie uns keine Hindernisse mehr in den Weg legen und wir finden uns in einem Zustand des inneren Friedens wieder.

Jeder kann seine Wünsche und Sorgen auch auf einen kleinen Zettel schreiben, um diesen dann dem Feuer zu übergeben. Wenn jemand keinen Zettel schreiben will, kann er auch in Form einer Visualisierung seine Sorgen, Nöte und Wünsche dem Feuer anvertrauen.